Landrat Dr. Christoph Schnaudigel:
Das Ziel des Landkreises:
100 % - Erneuerbare Energien Region

Mit der Beteiligung an der 100 % - Erneuerbare Energien Region hat sich der Landkreis Karlsruhe ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Basis ist das Klimaschutzkonzept der Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe, das sich mit den Energieeinsparpotentialen und dem Potential an erneuerbaren Energien im Landkreis Karlsruhe befasst. Der Landkreis plant, im Verbund mit sämtlichen regionalen und kommunalen Partnern, dem Projekt, das vom BMU gefördert wird, beizutreten. In einem ersten Schritt werden Gespräche mit den Beteiligten geführt. Ziel ist es, die Energieversorgung im Landkreis Karlsruhe auf lange Sicht vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen. Dass dies möglich ist, zeigt das Klimaschutzkonzept. Darauf aufbauend sollen konkrete Schritte und Maßnahmen überlegt werden, um das Konzept Wirklichkeit werden zu lassen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.100-ee.de

Begonnene Projekte:
European Energy Award
Im Landkreis Karlsruhe wird Klimaschutz großgeschrieben. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 12.05.2011 einstimmig beschlossen, am European Energy Award ® teilzunehmen, um die Umsetzung des von ihm befürwor-teten Klimaschutzkonzeptes „zeozweifrei“ voranzutreiben. Dieses Qualitätsmanagementsystem unterstützt die Verwaltung bei ihrer Energiepolitik, indem es Handlungen und Abläufe analysiert, Verbesserungen aufzeigt und Maßnahmen ökologisch bewertet. Dies betrifft insbesondere die Bereiche

- Kommunale Gebäude und Anlagen, ökologischer Medienbezug
- (Ökostrom, regenerative Brennstoffe)
- Ver- und Entsorgung
- Mobilität
- Interne Organisation
- Kooperation / Kommunikation
- Kommunale Entwicklungsplanung

So können beispielsweise im Bereich Mobilität weitere Car-Sharing-Modelle und Eco-Drive-Schulungen initiiert werden, bei den Gebäuden rücken die effiziente Energieerzeugung, das Energiecontrolling und effektive Sanie-rungskonzepte in den Vordergrund und Beschaffung sollen ökologisch nachhaltig und ressourcenschonend durchgeführt werden. Ein praxistauglicher Maßnahmenkatalog unterstützt ein nachhaltiges Vorgehen. 2/3 der Maßnahmen sind „nichtinvestiv“ und können daher in der laufenden Prozessoptimierung umgesetzt werden. Werden 50 % der geforderten Maßnahmen erreicht, wird dem Landkreis der „European Energy Award“ verliehen.

Das Verfahren ist auf mindestens drei Jahre angelegt, in denen ein akkreditierter eea-Berater alle Prozessschritte beratend begleitet. Die Teilnahme ist dem Landkreis rund 44.000 € wert. Zertifizierte Landkreise sind von dem Verfahren überzeugt und berichten, dass sich der finanzielle Aufwand langfristig auszahlt und amortisiert.

Contracting
Der Landkreis Karlsruhe geht neue Wege in der Energieversorgung. Die Liegenschaften Gewerbliches Bildungs-zentrum, Handelslehranstalt, die Landratsamtsaußenstelle und die Jugendeinrichtung Schloss Stutensee sollen künftig über Energieeinsparcontracting versorgt werden. Ein geeigneter Partner wird aktuell in einem Ausschrei-bungsverfahren gesucht. Der Landkreis erwartet, damit das gesetzte Klimaschutzziel, den CO²-Ausstoß bis 2020 um 35 % zu verringern, deutlich zu erreichen. Die Investitionen für die Sanierung und Modernisierung der Hei-zungsanlagen übernimmt der Contractor, der Landkreis selbst muss nicht investieren. Die Bezahlung erfolgt über eingesparte Energie-, Wartungs- und Instandhaltungskosten, die der Contractor durch eine zeitgemäße Wärme-versorgung erreichen kann. Der Energieberater des Landratsamtes, Jörg Schönthaler, stellte das Vorgehen den Kreisräten vor und fand deren Zustimmung für eine technikneutrale (?) Ausschreibung.

Stadtmobil
In Zeiten des Klimawandels setzt der Landkreis Karlsruhe auf schonenden Ressourceneinsatz. Seit Mai 2011 stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes daher auch Fahrzeuge im Rahmen von Car-Sharing zur Verfügung. Der Landkreis kooperiert mit dem Unternehmen Stadtmobil, das an mehreren Standorten Fahrzeuge zur flexiblen und auch kurzfristigen Nutzung zur Verfügung stellt. Stadtmobil achtet bei der Auswahl der Fahrzeuge auf einen möglichst geringen Kraftstoffverbrauch und hält seine Flotte durchweg auf dem neue-sten Stand der Technik.
„Durch das hervorragendes ÖPNV-Netz im Stadt- und Landkreis Karlsruhe nutzen die Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter für Dienstreisen vorrangig öffentliche Verkehrsmittel. Zusätzlich stehen landkreiseigene Dienstwagen zur Verfügung und nun auch Car-Sharing Fahrzeuge, für uns eine Alternative zum Kauf neuer Dienstwagen und ein Beitrag, die Umwelt zu schonen,“ begründet Landrat Dr. Christoph Schnaudigel das Engagement des Landkreises.